​Studium verkackt, lieber autodidakt.

Warum du im "richtigen" Leben mehr lernen kannst als auf der UNI.

Lernst du noch? Oder bist du froh, nach Schule oder Studium endlich damit "fertig" zu sein? Gehörst du zu den Lern-Geschädigten oder Immer-noch-Wissbegierigen? Darfst du dich in deinem Leben, deinem Studium oder deiner Arbeit mit dem beschäftigen, was dich wirklich interessiert, im besten Fall gar begeistert?

Viele Fragen, ich weiß! Ich höre auch schon auf damit. Mehr davon gäbe es in einem coolen Buch, das vor kurzem erschienen ist 😉 In diesem Blogpost möchte ich dir gerne von meinem Zugang zur (Weiter-)Bildung erzählen und warum ich davon überzeugt bin, dass du im "richtigen" Leben mehr lernen kannst als auf ​der UNI.

Aber gleich vorne weg: Nein, dies ist kein Aufruf, die Unis zu boykottieren, dein Studium hinzuschmeissen oder deine Weiterbildung abzubrechen. Es ist vielmehr einer, darüber nachzudenken, ob es am Weg zu deinem ganz persönlichen Ziel oder Traum nicht auch andere oder zumindest ergänzende Möglichkeiten gibt, dir das nötige Know-How anzueignen.

​Trauriger Höhepunkt der Zentralmatura 2018: Jeder Fünfte ​fiel schriftlich ​in Mathe ​durch. Hätte ich damals in der HAK in Mathematik statt in Italienisch ​antreten müssen, ich wäre auch kläglich gescheitert. ​Irgendwie blöd, ​im ​21. Jahrhundert ​die Schüler immer noch mit Wissen zu traktieren, das 95 Prozent von ihnen in ihrem Leben nie wieder brauchen werden, ​obwohl wir dank Gerald Hüther und vielen ​anderen Hirnforschern und Bildungsexperten doch längst wissen, dass Menschen niemals etwas wirklich lernen, wenn sie ​keinen Sinn darin sehen, geschweige denn, sich dafür begeistern können.

Ich hatte das Glück, damals in der Sport-HAK Ried im Innkreis viel Zeit mit dem verbringen zu dürfen, was mich am meisten begeisterte: Fußball spielen. Und so erfüllte ich mir mit 18 Jahren meinen Kindheitstraum und unterschrieb meinen ersten Profivertrag. Doch auch ich stieß schon bald danach an meine Grenzen in unserem Bildungssystem: Ein Jahr später startete ich parallel zu meiner Fußballerkarriere ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der deutschen Fern-Universät Hagen. Nicht, weil es mein absolutes Traumstudium war, sondern weil ich neben dem physischen Training einfach auch geistig auf der Höhe bleiben wollte. Wie so oft, wenn etwas neu ist, fand ich das am Beginn auch noch sehr spannend. Je tiefer ich aber eintauchte, desto mehr beschäftigte mich die Sinnfrage: Was bringt mir dieses Studium eigentlich? Für wen oder was mache ich das überhaupt? Und was soll ich mit dieser Differentialgeometrie einmal anfangen?

Nach eineinhalb Jahren schmiss ich mein Studium hin, zwei Jahre später auch meine Fußballerkarriere, um auf Weltreise zu gehen und mich in der großen weiten Welt zu verlieren, um mich auf dem Weg wiederzufinden. Gegen Ende der 15-monatigen Reise holten mich meine Studienpläne aber wieder ein: "Deutsch und Sport als Lehramt" sollte es dieses Mal sein. Nicht weil sich meine Mama das so sehr wünschte, sondern, weil mich beide Bereiche wirklich sehr interessieren, ich gerne mit Kindern und Jugendlichen zusammen bin und mich 13 Wochen Ferien im Jahr auch nicht gestört hätten.
​​Doch wie so oft im Leben kam es anders, als ​ich dachte: Glücklicherweise hatte ich mit meinem zweiten Buch "Freigereist" so viel Arbeit, ​dass ich das Studium erst einmal um ein Jahr aufschieben musste. In dieser Zeit pendelte ich fast wöchentlich von Ried nach Wien und nützte diese Chance, ​um verschiedenste Studenten, die eine Mitfahrgelegenheit suchten, mitzunehmen und sie über ihre Studien auszuquetschen. ​Die Beschwerden, die mir da zu Ohren kamen, ​ähnelten sich ​oft:
- "Es ist ​so viel Theorie und oft langweilig."
- "Ein Großteil der Inhalte interessier​t mich eigentlich gar nicht."
- "Es zieht sich jetzt schon sehr. Ich bin froh, wenn ich bald fertig bin."
- "Ich weiß gar nicht, was ich mit diesem Studium einmal ​anstellen ​soll."

​Weil mich all diese Meinungen sehr skeptisch machten und ich in dieser Zeit auch noch das unwiderstehliches Angebot des ORF als Fußballexperte ​erhielt, legte ich meine Studienpläne wieder auf Eis. Nicht aber meine Wissbegierigkeit und meine Neugier. Nach 15 Jahren Fokus auf den Fußball war ich froh, endlich nach links und rechts schauen zu dürfen. ​Im Zuge meiner Weltreise entwickelte ich gar eine richtige Sucht nach Neuem​. Ich wollte ständig Neues erleben, neue Menschen treffen, mich mit neuen Themen auseinandersetzen. Genau deshalb startete ich nach der Veröffentlichung von "Freigereist" auch einen Blog, der sich im Laufe der Zeit über einen Vlog zu einem Talk weiterentwickelte. Der war so eigentlich nie geplant. Er ist mir passiert: Als ich Schauspieler und Kabarettist Roland Düringer kennenlernte, lud er mich in seine damalige Talkshow "Gültige Stimme" ein, was mich auf die Idee brachte, den Spieß umzudrehen und ihn im Gegenzug um ein Interview für meine Plattform zu bitten. Obwohl damals noch nicht gewusst, war dies der Startschuss für "Träum weiter" und somit mein eigenes, ganz persönliches Studium.

​"Träum weiter" - das bessere Studium?
Zumindest für mich. In den darauffolgenden ​zwei Jahren habe ich ​24 weitere, sehr inspirierende Persönlichkeiten in meine Talkshow eingeladen, um mit ihnen – sehr persönlich und tiefgründig – über ihre Leben, ihre Ziele, ihre Träume, aber auch ihre Hürden, Ängste und Zweifel zu sprechen. ​Von jung bis alt, weil wir von jedem Menschen lernen können. Von sehr berühmt bis völlig unbekannt, weil jeder eine Geschichte zu erzählen hat.

Dabei habe ich aber nicht nur von den Menschen an sich lernen dürfen, sondern im Zuge dessen auch sehr viel über ihre Themenbereiche und Wissensgebiete. So beschäftige ich mich zum Beispiel seit dem Talk mit Stefan und Lorenz vom Markhof sehr intensiv mit Bildung, seit der Begegnung mit Prof. Gerald Hüther liebend gerne mit der Neurobiologie. Und mein aktueller, ganz persönlicher Professor und Mentor ist übrigens Richard David Precht, der mir mit seinem Werk "Wer bin ich und wenn ja wie viele" gerade sehr viele schöne, lehrreiche und nachdenkliche Stunden beschert. 

Träum weiter war sozusagen mein dritter Anlauf auf ein Studium. Warum ich - anders als bei den ersten beiden - nach drei Jahren immer noch ​am Ball bin, hat mehrere Gründe:
// Statt auf der Uni Theorie pauken zu müssen, habe ich so in den letzten ​drei Jahren im „​richtigen“ Leben lernen dürfen.
// Statt mich nur für einen ​Teil des ​Studienplans zu interessieren, habe ich mich zu 100 Prozent mit dem beschäftigen dürfen, was mich wirklich begeistert.
// Statt mich nur mit Deutsch und Sport auseinanderzusetzen, habe ich den - zumindest für mich - wichtigsten Fragen des Lebens nachgehen dürfen.
// Statt fünf Jahre zu studieren, um dann vielleicht einen Job als Lehrer zu erhalten, war ich in diesem Projekt von der ersten Stunde an Schüler und Lehrer zugleich.
// Statt einen x-beliebigen Professor vor die Nase gesetzt zu bekommen, habe ich mir meine Lehrer und Mentoren ausschließlich selber aussuchen dürfen.

Mein Freund Manuel Gruber von "Stereochrome" sprach in seinem TED-Talk auf der TEDx Pannonia über das Mentoring: Es muss nicht immer ein Guru, Coach oder Lehrer sein, von dem du lernen kannst. Es kann genauso ein Buch, ein Vortrag, ein Lied, ein Gespräch, eine spontane Begegnung oder was ganz ​Anderes sein, das dich inspirieren kann. Wer könnten deine ganz persönlichen Professoren oder Mentoren sein? Brauchst du wirklich ein Studium, um dich weiterentwickeln zu können? Was interessiert und begeistert dich am meisten?

Egal ob Selbst- oder herkömmliches Studium, egal ob Uni, Wifi, Humboldt, Khan Academy oder Träum weiter... eines wünsch’ ich dir: Dass du offen und neugierig bleibst und dich von dem Gedanken verabschiedest, nach der Schule oder dem Studium "ausgelernt" zu haben. Denn es ist einfach traumhaft, immer wieder Neues zu entdecken und dich persönlich weiterzuentwickeln.

​Träum weiter war für mich die letzten drei Jahre das coolste Studium, das ich mir nur wünschen hätte können. Die wichtigsten Denkanstöße und Inspirationen, von denen ich​ so viel lernen hab’ dürfen, möchte ich nun mit dir teilen und dir mit auf deinen Weg geben. Viele Fragen und Ideen, die auch mir geholfen haben, wieder neu durchzustarten. Antworten wirst du in diesem Buch allerdings keine finden. Die darfst du selber entdecken. Sie stecken in dir.

träum-weiter_buch

In jedem Menschen schlummert ein riesiges Potenzial.
Dieses Buch unterstützt dich dabei, deine Potenziale zu

erkennen und voll auszuschöpfen, um deine Ziele zu erreichen und deine Träume zu verwirklichen - egal ob beruflich oder privat. Ich habe in meiner Talkshow 25 inspirierende Persönlichkeiten getroffen, die sich ihre Träume verwirklicht haben. Im Buch fasse ich ihre wichtigsten Erkenntnisse zusammen:
// Was kannst du von ihnen lernen?
// Was steht dir eigentlich im Weg?
// Wie kannst du dir deinen Traum verwirklichen?

  • Juni 27, 2018