Ein neuer Mensch in 7 Jahren

​​​Wer oder was willst du werden?

Alle sieben Jahre bist du ein neuer Mensch. Zumindest Daumen mal Pi. Weil deine Körperzellen sich in diesem Zeitraum komplett erneuern. Zumindest die meisten. Manche wie die in der Haut schneller (alle zwei bis vier Wochen). Deswegen ist auch deine schöne Urlaubsbräune so schnell wieder weg. Andere wie die im Knochen langsamer (alle zehn Jahre). Vielleicht ist diese Zellerneuerung auch der Grund, warum sich so viele Paare auseinanderleben. Das sogenannte verflixte siebte Jahr. Bei mir und auch einigen in meinem Freundeskreis war’s tatsächlich so. Aber auch darüber hinaus hat sich bei mir so einiges getan. Das wird mir immer dann so richtig bewusst, wenn ich ehemalige Weggefährten nach vielen Jahren wieder einmal treffe und sie es nicht fassen können, wie sehr ich mich verändert habe. Genau so eine Begegnung hat mich auch veranlasst, wieder einmal längerfristig zu reflektieren. Das tue ich nämlich viel zu selten.

Du auch? Tendierst du auch dazu, viel zu kurz zurückzuschauen? Auf die letzte Woche, den letzten Monat, vielleicht auf das letzte Quartal oder die letzte Saison? Länger aber nie? Hast du auch oft das Gefühl, dass nichts „weitergegangen“ ist, du nichts erreicht, du dich nicht weiterentwickelt hast? Das stimmt aber (meist) nicht. Du denkst nur zu kurzfristig. Was hast du in den letzten drei Jahren alles geschafft? Welche Ziele in den letzten fünf Jahren erreicht? Wer warst du vor zehn Jahren? Das sind die Zeitspannen, in denen du reflektieren solltest!

Vom Kind zum Papa
Ob ich heute ein neuer Mensch bin? Ich weiß es nicht. Aber definitiv ein ganz anderer als noch vor sieben Jahren. Körperlich wie geistig. Beruflich wie privat. Aus dem Fußballer wurde ein Autor, Trainer und Vortragender. Aus dem Angestellten ein Selbstständiger. Aus dem Perfektionisten ein Ausprobierer. Aus dem Planer ein Im-Moment-Leber. Aus dem Fokus ein Weitblick. Aus der Oberflächlichkeit eine Tiefgründigkeit. Aus dem Leistungs- ein Amateursportler. Aus dem Sunnyboy ein Anecker. Aus einem Fleischfresser ein Vegetarier. Aus „Träume Verändern“ „Träum weiter“. Aus meiner geplanten Karriere ein sich ständig verändernder Lebensweg.

Mein 335er BMW Coupé habe ich gegen einen Familienkombi getauscht. Meine Hugo-Boss-Lederjacke gegen einen Vresh-Hoody. Den Fernseher gegen das Buch. Den Urlaub gegen die Reise. Das 5-Sterne Ressort gegen das Airbnb. Das Dorf gegen die Großstadt. Mein Umfeld von 90% Fußballer auf 90% Nicht-Fußballer. Die Partynacht gegen den Spieleabend. Den Verstand gegen das Bauchgefühl.
Und die überhaupt größte und schönste Veränderung meines bisherigen Lebens steht ja noch und kurz bevor: Ende November erwarten Judith und ich unser erstes Kind. Unser größter Traum wird bald in Erfüllung gehen. Aber nicht nur privat, auch beruflich wartet nach sieben Jahren in meiner neuen Tätigkeit als Autor, Trainer und Vortragender wieder eine neue Herausforderung auf mich. Dieses Mal habe ich aber nicht vor, mich komplett neu zu erfinden, sondern mein "altes" und mein "neues" Ich zu verbinden. 2019 werde ich die Brücke zwischen Fußball und "Träum weiter" bauen und damit meine beiden größten Leidenschaften verbinden. Mehr dazu in einigen Wochen 🙂

"The only constant is change"
Heraclitus

Bin ich heute ein besserer Mensch als vor sieben Jahren? Auch das weiß ich nicht. Aber definitiv mehr ich selbst. Der Blick in den Spiegel fällt mir heute leichter. Das Leben manchmal schwerer.

Wer oder was willst du werden?
Was hat sich bei dir in den letzten sieben Jahren verändert? Bist du ein neuer Mensch? Wärst du gerne einer? Was hast du alles erlebt und erreicht? Welche Träume hast du dir verwirklicht? Welche aufgeschoben? Bist du zufrieden mit deiner Entwicklung? Was würdest du gerne verändern? „Bleib so wie du bist“, ist keine Option. Die Veränderung kannst du nicht aufhalten, weder die Zellerneuerung in deinem Körper noch die Entwicklung der Gesellschaft.

Veränderung macht uns Angst. Das ist normal und ganz natürlich. Das Loslassen aber auch. Dein Leben beginnt und endet damit: Bei deiner Geburt musst du dich von deiner Mutter lösen, bei deinem Tod von dieser Welt. Und dazwischen glaubst du tatsächlich, an allem festhalten zu können. Die Frage ist also nicht, ob du dich verändern willst, denn das kannst du ohnehin nicht aufhalten, sondern nur, wohin?

Träum weiter,
Peter Alexander

Was ist dein Traum?
Was ist das schönste Leben, das du dir vorstellen kannst? Worauf möchtest du am Ende deiner Tage einmal zurückblicken? Was bringt deine Augen zum Leuchten? Wobei bekommst du Gänsehaut? Genau das ist es, wofür du da bist! Tun, ausprobieren, hinfallen, aufstehen, weitermachen, loslassen, verändern. Es hat keiner gesagt, dass es einfach wird. Aber es macht einfach mehr Sinn und vor allem auch Spaß, deinen eigenen Weg zu gehen, anstatt es allen anderen recht zu machen.  Sinn statt Status. Begeisterung statt Entgeisterung. Selbstverantwortung statt Fremdbestimmung. 

  • Oktober 29, 2018