Der Mensch: das mächtigste Tier der Welt

... warum wir Menschen die Welt regieren und was unsere geniale Fähigkeit des "Gschichtl-Druckens" damit zu tun hat

Der Mensch regiert die Welt. Doch dieser glorreiche Aufstieg an die Spitze der Hierarchie hat lange gedauert. Long story short: Vor ca. sechs Millionen Jahren hat eine Äffin zwei Töchter auf die Welt gebracht: die Urahnin der Schimpansen und unsere Ur-Ur-Ur...-Großmutter. In der Zwischenzeit ist viel passiert. Als Homo Rudolfensis haben wir vor ca. zwei Mio Jahren unsere ursprüngliche Heimat Ostafrika verlassen, uns im gleichen Zeitraum als Homo erectus zum aufrecht gehenden Menschen entwickelt und in Asien angesiedelt, vor ca. 400.000 Jahren als Homo neanderthalensis Europa entdeckt, bis es uns vor ca. 70.000 Jahren als Homo sapiens schließlich gelang, zum mächtigsten Lebewesen der Welt aufzusteigen. Bis zu diesem Zeitpunkt befand sich der Mensch in der Mitte der Nahrungskette, gehörte sowohl körperlich als auch geistig maximal zur Mittelschicht. Bis er dank neuer Denk- und Kommunikationsmuster schließlich in der Lage war, Wissen weiterzugeben und anzuhäufen, anstatt es mit ins Grab zu nehmen und jedes Mal von vorne anzufangen. Einer der Meilensteine auf dem Weg zu unserem so hochentwickelten Gehirn und in Folge dessen an die Spitze der Hierarchie. Und: die Erfindung meines Berufes 🙂

Der zweite wesentliche Grund, warum wir in den letzten 70.000 Jahren Schritt für Schritt zum Weltherrscher aufgestiegen sind, ist unsere Gabe zur Kooperation. Der Mensch ist die einzige Spezies, die sich sehr flexibel und in großen Gruppen organisieren kann. Würde man 50.000 Affen ins Ernst-Happel-Stadion einladen, um die österreichische Fußballnationalmannschaft anzufeuern oder Ed Sheeran anzuhimmeln, ein riesiges Affentheater wäre vorprogrammiert. Unsere Fähigkeit zur Kooperation ermöglicht uns aber nicht nur, uns in großer Anzahl zu sammeln, sondern auch gemeinsam an etwas zu arbeiten und noch spannender, an etwas zu glauben. Der Mensch ist nämlich auch die einzige Gattung, die eine Geschichte erfinden, also an etwas denken und glauben kann, das es gar nicht gibt. Und noch besser: Wenn es uns gelingt, möglichst vielen Menschen unser Gschichtl reinzudrücken, dann wird sie plötzlich zur Realität, zur sogenannten intersubjektiven Wirklichkeit. Davon gibt es einige sehr beeindruckende Beispiele: Nationen, Parteien (auch wenn sie Bewegungen heißen), Religionen, Fußballvereine, Fußballvereine, die glauben, sie seien Religionen, Unternehmen und die erfolgreichste Erfindung der Menschheit überhaupt: das Geld.

All diese Dinge gibt es nicht wirklich – im Gegensatz zu Menschen, Tieren, Bergen oder Häusern zum Beispiel – sie existieren rein in unserer Fantasie und nur, weil viele Menschen daran glauben. Stell’ dir vor zwei Schimpansen treffen sich am Samstag Vormittag am Naschmarkt in Wien. Der eine hat fünf Bananen, der andere ein kleines, rotes Stück Papier, auf dem „10 Euro“ draufsteht. Jeder Mensch würde seine fünf Bananen, selbst fünf Bio-Fair-Trade- Bananen, sofort gegen die 10 Euro eintauschen und sich vor Freude über dieses Bombengeschäft einen Haxen ausreißen. Auf der anderen Seite würde aber kein Schimpanse dieser Welt nur einen Gedanken verschwenden, eine ordentliche Mahlzeit für ein wertloses Stück Papier herzugeben! Und zwar nicht, weil wir Menschen so viel anders sind als Schimpansen, ganz im Gegenteil gleichen sich unsere DNAs zu 99 Prozent (!), sondern weil wir auf der einen Seite Weltmeister sind im „Gschichtldrucken“ ohne mit der Wimper zu zucken und auf der anderen Seite oft blind vertrauen ohne genauer hinzuschauen.

​Der Fakt, dass wir also an alles glauben können kombiniert mit unserer Fähigkeit, uns im Gegensatz zu allen anderen Lebewesen auch noch in die Zukunft denken zu können, bringt mich letztendlich zu meiner wesentlichen Conlcusio aus der Arbeit, dem großartigen Buch, „Eine kurze Geschichte der Menschheit“, von Yuval Noah Harari.

Jeder Mensch lebt in seiner eigenen Wirklichkeit! 
Es gibt nicht die eine Wahrheit, die für jeden gilt. Du hast das einzigartige Potenzial, an das zu glauben, was du möchtest, dir deine Welt so zu formen, wie du sie möchtest. Die Bedingung dafür ist allerdings, dass du dich nicht von den Wirklichkeiten der anderen vereinnahmen und manipulieren lässt, sondern aktiv und selbstbestimmt deine eigene kreierst. Aus dem Mentaltraining wissen wir, dass deine Gedanken deine Handlungen steuern, aus deinen Handlungen deine Gewohnheiten werden und aus deinen Gewohnheiten sich schließlich deine Persönlichkeit entwickelt. Du alleine hast also die Wahl, welchen Gedanken du Platz geben und in Folge in welcher Realität du leben möchtest. Willst du dein Leben leben oder das von jemand anderem?

Yuval Noah Harari geht davon aus, dass die letzten Jahrzehnte oder zumindest Jahrhunderte - und was sind die schon im Vergleich zu 70.000 Jahren? - des Homo sapiens  gezählt sind. Zumindest in dieser Form. Durch die rasante Entwicklung der künstlichen Intelligenz ist es gut möglich, dass uns Roboter oder zumindest Menschen-Roboter als mächtigste Spezies ablösen werden. Die Technologien werden auf jeden Fall noch mehr über unser Leben bestimmen als sie das ohnehin schon tun. Und so stellt er am Ende seines genialen Buches die sehr philosophische Frage:

„Was wollen wir werden?“

Also worauf sollen unsere Nachfahren, unsere Ur-Ur-Ur...-Enkel, in 100, 500, 5000 Jahren einmal zurückblicken? Was bleibt vom Homo sapiens? Eine Spezies, die die Ressourcen der Welt zerstört hat, viel mehr gegeneinander statt miteinander gelebt hat und sich trotz ihrer enormen Potenziale wie die Schafe von ihrem Hirten (Staat, Religion, Arbeitgeber) herumtreiben hat lassen?

​Du kannst nicht die ganze Welt ​verändern​, aber du kannst bei dir selber beginnen:
// Wer oder was willst du werden?
// Welche Träume willst du dir verwirklichen?
// Worauf willst du am Ende deiner Tage zurückblicken?

Träum weiter,
Peter Alexander

In jedem Menschen schlummert ein riesiges Potenzial.
Dieses Buch unterstützt dich dabei, deine Potenziale zu erkennen und zu entfalten, um deine Ziele zu erreichen und deine Träume zu verwirkliche - egal ob privat oder beruflich.
Ich habe in meiner Talkshow 25 inspirierende Persönlichkeiten getroffen, die sich ihre Träume verwirklicht haben. Im Buch fasse ich ihre wichtigsten Erkenntnisse zusammen:
// Was kannst du von ihnen lernen?
// Was steht dir eigentlich im Weg?
// Wie kannst du dir deinen Traum verwirklichen?

  • September 15, 2018