​4 Tage ​Meditation im Schweige-Kloster

​​... ​w​arum du meditieren solltest und was es dir für deinen Alltag bringt

Ich sitze da und tue nichts. Außer mich auf meinen Atem zu konzentrieren und zu versuchen, dabei möglichst wenig zu denken. Am besten gar nichts.
Es ist schwierig. Fast unmöglich. Meistens gelingt es mir nur wenige Sekunden. Wenn ich gut drauf bin, ein bis zwei Minuten. Länger aber nie. Denn dann schleicht sich wieder ein Gedanke ein, der mich wegzieht von diesem gegenwärtigen Augenblick hin zu irgendeinem Bild in der Vergangenheit oder in der Zukunft. Wenn er kommt, versuche ich ihn nicht zu zerstören, sondern ihn ganz sanft auf ein Wolke zu setzen, vorbeiziehen zu lassen und mich wieder meinen Atem zu widmen.

Mein Rücken schmerzt. Vom Nichts-Tun. Ich sitze nämlich schon seit drei Tagen. Nicht durchgehend, aber immerhin 9 x 25 Minuten pro Tag. Wenn ich gerade nicht sitze, dann gehe, yogariere, esse oder schlafe ich. Eineinhalb Stunden am Tag arbeite ich auch. Ich putze das Haus und kümmere mich um den Garten.
Und ​einmal pro Tag, vor dem Mittagessen, darf ich der angenehmen Stimme und den weisen Worten eines Mannes lauschen, der nichts lieber tut als zu meditieren, Bücher zu verschlingen und sein Wissen weiterzugeben. Ein sehr breit gefächertes Wissen, vor allem aus Buddhismus, Hinduismus und Christentum. Er lässt sich nicht von einer Lehre missionieren, sondern von mehreren inspirieren. Und mixt diese Erkenntnisse mit wunderbaren Geschichten aus dem „wirklichen Leben“. Christian ist der Leiter des Zen-Kurses, den ich in diesen Tagen besuche. Im "Haus der Stille". Auf 1.300 Metern am Hochkönig. Als einer von 21 Teilnehmern.

Unsere Tage beginnen um 5:30 Uhr mit der ersten Sitzmeditation und enden um 20:30 Uhr mit der letzten. Dazwischen ist das Programm halbstündlich getaktet und wird auf die Minute eingehalten. Falls sich jemand um nur eine Minute verspätet, erntet er einen strengen Blick von David, der rechten Hand von Christian.
Die Tagesstruktur erinnert mich ein wenig an meine Zeit im Bundesheer, allerdings mit dem wesentlichen Unterschied, dass ich tatsächlich freiwillig hier bin, der Aufenthalt nur vier statt 180 Tage dauert und vor allem auch Sinn macht. Zumindest für mich. Statt Krieg „spielen“ oder anderen sinnbefreiten Tätigkeiten nachgehen zu müssen, darf ich hier einmal meinen Alltag – und gefühlt die ganze Welt – hinter mir lassen, um mich mit mir selbst zu beschäftigen und eben versuchen, nichts zu tun.

Dieses Nichts-Tun beinhaltet übrigens auch das Schweigen. Wir reden vier Tage lang so gut wie gar nichts, mit dem Höhepunkt der absoluten Stille in den 9 x 25 Minuten der Sitzmeditation. In dieser Zeit ist es so ruhig, dass ich hin und wieder einen Blick zu meinen beiden Sitznachbarn werfen muss, um sicherzugehen, dass sie nicht tot eingeschlafen sind. Wenn man überhaupt irgendetwas hört, dann alle paar Minuten mal einen Huster, Nießer oder Schlucker. Oder einen Wirbelsäulenknackser, wenn mal wieder jemand eine Minibewegung wagt, um sein Kreuzweh zumindest kurzfristig zu lindern. Oder ein Tönchen vom letzten Mittagsböhnchen. Das kommt meistens von mir.

Auch beim Mittagessen wird nichts geredet. Wenn wir essen, essen wir. 21 Menschen sitzen an eine​r geschätzt ​sieben Meter langen Tafel und beschäftigen sich circa eine halbe Stunde rein damit, die Geschmacksexplosion zu spüren, die man erlebt, wenn man sich einmal nur dem – vom Küchenchef mit viel Kompetenz und noch mehr Liebe – Essen widmet. Lebensmittel statt Nahrungsmittel stehen hier auf der Speisekarte. Vor denen wir uns übrigens nach dem Verzehr, mit den Händen vorm Herz, verneigend, bedanken. So wie wir uns auch nach jeder Meditation bei uns selber, nach jedem Vortrag bei Christian und nach jedem Tag beim Universum, Leben, Gott, wie auch immer du es oder ihn nennen magst, bedanken.

Am Ende dieser vier Tage stehen insgesamt 13 Stunden der Sitzmeditation und viele weitere Stunden des bewussten Tuns und einfachen Seins auf meinem Konto. Was aber bleibt? Was kann ich mit nach Hause nehmen, um mich nicht gleich wieder im unbewussten und reizüberfluteten Hamsterrad zu verlieren? Was lässt sich auch in meinem Alltag umsetzen?

Vor allem zwei Dinge:
​1.) Weniger ist mehr! Kaffee, Essen, Besitz, Arbeit, ToDos, Pläne, Gedanken, Kontakte, Social Media​. Wobei es nicht darum geht, zu verzichten, sondern bewusst zu genießen.

2.) Meditation im Alltag: Neben meiner morgendlichen Sitzeinheit, die ich ab sofort von 10 auf 25 Minuten ausdehne, zumindest eine Tätigkeit pro Tag, die ich ganz bewusst, sozusagen meditativ, ausüben werde. Denn in der Integration in den Alltag liegt meiner Meinung nach die wahre Kunst und der wirkliche Mehrwert der Meditation: Das Leben im Hier und Jetzt, der Fokus auf die EINE Sache, die jetzt gerade die Wichtigste ist.

Meine Zeit hier im „Haus der Stille“ ist im Großen und Ganzen wunderbar, aber nicht durchgehend. Die Tage sind gefüllt von einem Wellental der Gedanken und Emotionen, vielen positiven, aber auch negativen

Stille schafft Leere.
Für alles, was da ist und hochkommen möchte. Und auch soll. Sich auf dich und dein Innerstes einzulassen könnte dir aber – vor allem wenn du erst damit anfängst – auch Angst machen. Weil du plötzlich mit Gedanken und Emotionen konfrontiert wirst, die du bisher durch sämtliche Ablenkungsmanöver im Außen erfolgreich blockiert hast.

Leere schafft Freiraum.
Aber eines kannst du mir glauben: Die Reise lohnt sich. Wenn du erst einmal beginnst, in deinem Leben „aufzuräumen“, verwandelt sich die Leere Schritt für Schritt in einen Freiraum, aus dem du wertvolle Kraft schöpfen kannst, mit der du aktiv und selbstbestimmt dein Leben gestalten kannst.

// Hast du den Mut, diese Leere zu schaffen, um sie in einen Freiraum umzuwandeln?
// Bist du bereit, dich mit dir selbst auseinanderzusetzen, um Selbst-bewusst-Sein aufzubauen?
//Was hält dich davon ab, deinen ganz persönlichen Weg zu gehen, um deine Ziele zu erreichen und dir deine Träume zu verwirklichen?

​Beginne am besten noch heute damit, dich regelmäßig in die Stille zu begeben, hinzusetzen, auf deinen Atem zu konzentrieren und deine Gedanken loszulassen. Zumindest einmal fünf Minuten. Einmal pro Tag. Der Rest kommt von selber...

​Träum weiter,
Peter Alexander

Gemeinsam mit Mentaltrainer Sascha Soulek habe ich ein Seminar entwickelt, in dem du lernst, deine Potenziale zu erkennen und voll auszuschöpfen, um deine Ziele zu erreichen und deine Träume zu verwirklichen.
// Was sind deine Werte & Stärken?
// Welche Glaubenssätze schleppst du mit dir herum?
// Fällt es dir schwer loszulassen?

  • August 20, 2018